vonEinhardPro
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Donnerstag, 16. Mai, 2013 – 11:55:00
...mit Süßigkeiten - auch wenn Käse den Magen schließt - wobei die Bezeichnung Nachtisch ja im Grunde irreführend ist, da man das Dessert ja nicht nach (dem) Tisch konsumiert, sondern (weiterhin) am Tisch.
Kaum verwunderlich also, das deutsche Sprache als schwere Sprache gilt, jedenfalls für diejenigen, die noch nie mit Französisch gequält wurden
Zu den schönsten und vorzeigbarsten Süßigkeiten gehört zweifelsohne die Torte, doch so eine echte Torte im wahrsten Sinne des Wortes oberflächlich betrachtet "glatt" zu bekommen ist geradezu eine Wissenschaft für sich, mit der wir uns an dieser Stelle jetzt nicht näher beschäftigen wollen.
Also wenden wir einen geradezu hinterhältig gemeinen Trick an - nein, wir greifen dabei nicht in die Tiefkühltruhe - und entsüßigkeitisieren die Torte, was ja auch viel gesünder sein soll.
Weil nun aber Mehl und Ei für sich zusammenallein genommen nicht so der Burner ist, lassen wir diese Zutaten auch gleich ganz weg und damit wir nicht mit Nichts arbeiten, wildern wir im Garten.
Dort finden wir einen Kopf- oder Eisbergsalat, (Salat)Gurke, Zwiebeln, Lauch, Tomaten, Radieschen, Mais, Erdbeeren, Rettich, Nüsse und (Pinien)Kerne.
Außerdem brauchen wir noch Eier, (Koch)schinken und Käse(scheiben) und Parmesanstückchen.
Das alles füllen wir in eine klassische Springform, wobei folgendes zu beachten ist: der Kopf- oder Eisbergsalat bildet den Boden und den Rand, alle anderen Zutaten werden farblich passend und optisch potentiell ansprechend geschichtet. Nicht im ganzen wohlgemerkt, sondern als Ring oder Scheibe.
Wir lassen diesen Türmchen sich nun gemütlich in der Form setzen und basteln uns aus Joghurt, Mayonnaise, Salz, Pfeffer und Salatkräutern eine sämige Sauce.
Diese können wir den nicht zu klein geratenen Tortenstücken beim servieren anreichen, will sagen zugeben, denn saucenloser Salat ist eine doch eher trockene Angelegenheit.
vonEinhardPro
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Donnerstag, 09. Mai, 2013 – 08:30:01
...klingt ein wenig geheimnisvoll und damit zugegeben deutlich interessanter, als Spargelsuppe
Doch halt - nicht gleich gelangweilt zurückzucken ob des Klassikers der Resteverwertung, denn man kann auch ohne Reste suppen.
Resteverwertung höre ich manche(n) hier sinnieren. Joa, denn gewöhnliche Spargel(creme)suppe kommt entweder aus der Fix-Tüte oder eben aus dem Sud, in welchem die Spargel und die Schale gegart werden.
Um der Göttin Dekadentia zu huldigen, greifen wir beherzt und tief in den Geldbeutel und gönnen uns jeweils ein halbes Kilo weißen und grünen Spargel. Und wo eir den gerade in der Hand haben, schälen wir ihn auch gleich; den weißen ganz, beim grünen nur das untere Drittel. Außerdem schneiden wir relativ großzügig den ausgetrockneten "Boden" ab. Nun nur noch in kleine bis mittelgroße Stückchen schnippeln.
Damit sich der Spargel nicht so einsam fühlt, beglücken wir ihn mit Ingwer und einer Schalotte, die wir schälen und in feine Würfelchen schneiden.
Wo nun alles so nackt vor uns liegt, spielen wir Sommersonne und sorgen für etwas mehr Farbe, sprich: wir schwitzen. Nicht selbst, sondern das Gemüse. In Öl (an). Alles, bis auf den grünen Spargel.
Damit es nicht verkohlt löschen wir mit Gemüsebrühe ab. Die haben wir zuvor entweder selbst gemacht, gekauft oder angerühgrt.
Das Ganze köchelt nun so in etwa den 6. Teil einer vollen Stunde vor sich hin, ehe wir den bislang so unverschämt verschmähten Grünspargel hinzugeben. Und nochmal die gleiche Zeitspanne investieren.
Währenddesen rösten wir ein par Mandelblättchen und Pinienkerne in einer anderen Pfanne nussig-würzig an und filetieren eine Orange. Wer will, hackt auch noch etwas Dill eher grob, damit man erkennt, was es war.
Nun nehmen wir je Farbe eine Stange (sprich: etwa 4, 5, 6 Stückchen inkl. Spitze) je Person die verköstigt werden soll heraus und pürieren den größeren Rest gnadenlos, aber mit Freude
Damit wir auch einmal von einer Spargelcreme sprechen können, schmecken wir mit etwas Orangensaft, Salz, Pfeffer, (Schlag)Sahne und Crème fraîche ab.
Nun auf Teller aufteilen, mit den herausgesuchten Spargelstückchen, Orangenfilets, Dill, Mandeln und Pinienkernen dekorieren und schmecken lassen.
vonEinhardPro
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Donnerstag, 02. Mai, 2013 – 11:55:00
...wenn auch die Wertschätzung des transporteurs proportional zum Gewicht des Paketes und der Anzahl der fahrstuhllosen Stockwerke steht, die der Endablieferung an der Wohnungstür entgegenstehen.
Als Menschenfreund, der ich tatsächlich immer noch bin - was sich u.a. darin zeigt, das ich weiterhin Tiere und Pflanzen esse, nicht aber Menschen - ist es mir eine Freude, ja ein tiefes inneres Bedürfnius, den meist unterbezahlten Paketzustellern als scheinselbständige Subunternehmer entgegen zu kommen.
Und damit ihr das auch könnt - selbst im Erdgeschoß wohnend - habe ich da mal etwas vorbereitet
Wir brauchen erstmal Risottoeis, das ist jener welcher, der von sich aus etwas "pampiger" kocht und gewißermaßen stark aneinander hängt bzw. klebt. Den werfen wir ungekocht in ein Gefäß mit höherem Rand, in welchem wir nicht ganz zufälligerweise gerade ein paar Zwiebelwürfelchen angeschwitzt haben.
Damit der Reis nicht verbrennt, spielen wir rasch Feuerwehr und löschen mit Wasser so ab, das der Reis bedeckt ist. Bei der berühmt-berüchtigten "schwachen Hitze" lassen wir die Reiszwiebeln unter gelegentlichem rühren gemütlich vor sich hinköcheln.
Damit das nicht so langweilig wird, nutzen wir die Rührpausen zum würzen, wofür wir neben Salz & Pfeffer auch zu Thymian, Rosmarin, Salbei, Minze, Dill und getrocknete Tomaten nutzen.
Weil das ganze ja etwas Risottoähnliches werden soll, füllen wir bei Bedarf wieder und Wieder Wasser auf; Ziel ist ein gut klebender Reis der dennoch noch ordentlich Biss hat; es darf ruhig viel Biss sien, da wir bis zum Endprodukt nochmal entbissen werden
Haben wir die bisige Klebekraft gefunden, schmecken wir nochmals ab, denn durch das köcheln ging auch einiges an Würze verloren.
Während jetzt der Risottoreis abkühlt, blanchieren wir eine ordentliche Menge Weinblätter im Salzwasser. Blanchieren hatte ich schonmal hier erklärt, deshalb nur die Kurzzusammenfassung: kurz kochen und dann eiskalt abschrecken.
Jetzt können wir vorsichtig die Stiele entfernen - darauf kaut sich wirklich hart, außerdem können wir so sagen: ohne Stiel aber mit viel Geschmack - und breiten sie mit der Oberseite nach unten rund um uns herum aus und bewundern unsere kühne künstlerische Innenraumgestaltung, ehe wir an den Stielansatz der Weinblätter einen ordentlichen Klecks Würzreis setzen.
Weil der Würzreis selbst als ordentliche Menge dabei so verloren aussieht und er ja auch eine Füllung sien soll, kommen wir nicht umhin, die Blätter so einzuschlagen, das die Würzreisfüllung eingepackt ist. Hat zugegeben etwas von Origami Eigentlich brauchen wir die Blätter nur auf beiden Seiten einzuschlagen und zur Spitze hin aufzurollen
Mit der "Naht" nach unten legen wir die Pakete nun in einen breiten, weiten Topf / Pfanne mit hohem Rand und benetzen mit Zitronensaft und Olivenöl. Dann noch soviel Wasser drauf, das die Päckchen gerade so bedeckt sind und mit einem Teller o.ä. bechweren, damit sie beim köcheln unten bleiben und sich nicht wieder aufrollen.
Wo wir gerade beim köcheln waren - wir köcheln solange, bis die Flüssigkeit nahezu vollständig verköchelt ist, was ca. eine halbe Stunde dauern sollte.
Prinzipiell haben wir nun den Paketsendestatus verzehrfertig erreicht, aber wir sind ja kein x-beliebiger Postdienst, sondern sowas wie die Cremé de la Cremé, ergo fehlt noch ein Sößchen
Mit etwas Butter, Mehl und Brühe zaubern wir uns eine schnelle Bechamelsauce, die wir mit Salz und Zitronensaft abschmecken, etwas abkühlen lassen und 2 Eier unterrühren, bis wir - tata - unsere liebgewonnene Sämigkeit erreicht haben
...beliebte Grillbeilage, aber nur weils jeder kennt, muß man es ja nicht wieder und wieder machen. Nichts gegen die Kartoffel - gäbe es die nicht, müßte man sie zweifelsohne erfinden.
Aber so pur...
Außerdem ist Alufolie nun nicht gerade etwas besonders umweltfreundliches...
Wir machen das stattdesen wie in dieser - mitunter witzigen - Versicherungswerbung, also die, wo immer eine gute Idee haben, die dann auch umgesetzt wird. Lediglich auf die Katastrophe dazwischen verzichten wir.
Wir kochen also erstmal unsere Kartoffeln durch, schrecken ab und pellen. Nun umwickeln wir statt mit Alufolie mit Bacon und braten fix im Pfännchen mit etwas Butterschmalz o.ä. an.
Hehe, und das war auch schon der ganze Budenzauber
...sorgt in den allermeisten Kreisen für verwundertes kopfschütteln, gilt in manchen Runden als Insider und wird von vielzuvielen als kleine Köstlichkeit unterschätzt.
Zeit das zu ändern.
Natürlich frittieren - d.h. in heißem Öl kochen - wir kein echtes Feuerzeug, also weder Stahl, Zunder und Feuerstein, noch Bic, Zippo oder ähnliches. Wäre auch viel zu gefährlich bzw. schade.
Aber...Feuer assoziieren wir ja nicht nur mit heiß und brennend, sondern durch diese verbale Verknüpfung auch mit scharf.
Und bei scharf und essen denken wir hierzulande - genau, an Paprika
Ach - jemand hier dachte eher an Peperoni..?
Dann haben wir wieder etwas gelernt, denn Paprika & Peperoni sind strenggenommen das gleiche. Die großen fallen halt nicht so scharf aus, die die kleinen.
Wir nehmen also ein großes Glas grüne, eingelegte Mini-Paprika. Die nehmen wir aus dem Glas und lassen sie erstmal abtropfen; dann werden die Stile entfernt und für diejenigen, die nicht wirklich hart sind, am besten auch die Kerne.
Sind die Vorbereitungen soweit gediehen, verrühren wir (Doppelrahm)Frischkäse mit Pfeffer und Gruyère, auch als Greyerzer bekannt. Ganz nebenbei der am besten zum überbacken geeignete Käse ever.
Diese leckere Masse füllen wir in die Peperoni(s). Geht am besten mittels Spritzbeutel und Tülle.
Die gefüllten Papirika panieren wir nun wie Schnitzel, also: einölen, in Mehl, Eiern und Paniermehl wälzen. Damit wir auch eine stabile Panada haben, wiederholen wir die Panierung ab den Eiern
Das fertige Gesamtkunstwerk fritieren wir nun - und sei es in der Pfanne - im heißen Öl; kann warm oder auch kalt genossen werden
...ist allseits bekannt, unbekannt hingegen, dabei deutlich weiter verbreitet und ebenso zeitlos, wie das bzw. die Bilder ist der sog. Wilhemsschrei:
Der Wilhelmsschrei (engl. Wilhelm scream) ist ein Soundeffekt aus einer kommerziellen Klangbibliothek, der Schrei eines Menschen, welcher in zahlreichen Filmen verwendet wurde. Der zuerst im Jahre 1951 im Film Die Teufelsbrigade (engl. Distant Drums) benutzte Schrei ist, zusammen mit einer bestimmten Aufnahme eines Adlerschreis, das vermutlich berühmteste Soundklischee.
Nach der ersten Verwendung des Klanges im Film Die Teufelsbrigade, in dem ein Mann den Schrei ausstößt, der von einem Alligator gefressen wird, wurde der Soundeffekt in mehreren Filmen verwendet, zum Beispiel in Der brennende Pfeil (engl. The Charge at Feather River, 1953), Formicula (1954) und Die Simpsons (2010, Episode 452). Mittlerweile soll er in über 300 weiteren Filmen verwendet worden sein.
Der Name des Soundeffekts leitet sich von der Nebenfigur „Wilhelm“ im Film Der brennende Pfeil ab, welcher den Schrei ausstößt, als er von einem Pfeil getroffen wird. Ben Burtt, der Sound-Designer von Star Wars, nahm an, dass der Wilhelmsschrei in diesem Film zum ersten Mal verwendet worden sei.
Die Benutzung des Soundeffekts in Star Wars war der Auftakt eines Insider- bzw. berufsspezifischen Running Gags der Sound-Designer. Speziell bei Skywalker Sound, später auch von anderen Sound-Designern, wurde der Schrei in zahlreichen Filmen zitiert. Als Gag im Gag ist dabei die Verwendung im Film Indiana Jones und der Tempel des Todes zu bezeichnen, in der ganz entsprechend der Ursprungsbezeichnung zum Soundeffekt die den Schrei ausstoßende Nebenfigur von Krokodilen gefressen wird.
Der Wilhelmsschrei taucht auch in Videospielen auf. So kann man ihn zum Beispiel in Darksiders im Kampf gegen den Stygian hören.
Sheb Wooley wird von vielen als die wahrscheinlichste Stimme für den Wilhelmsschrei bezeichnet. (Quelle)
...klingt martialisch, also mit unverhohlener Härte gegen jemanden oder etwas vorgehend; grausam, kriegerisch, furchterregend. Genau das richtige nach dem friedlichen Osterfest.
Leider beruht die wortwörtliche Gewalttätigkeit auf einem Fremdwortinterpretationsfehler, denn es geht keineswegs um den englischen punch, sondern vielmehr um den indischen Punsch.
Nehmen wir nun also das s an und damit die Gewalt ab. Der klassische Punsch ist ein alkoholisches Heißgetränk, das wie erwähnt ursprünglich aus Indien stammt und von der britischen BesatzungsKolonialmacht nach Europa gebracht wurde, und aus fünf Zutaten (daher der Name, weil nach Hindi पांच pāñč = „fünf“) besteht. Die traditionellen Zutaten sind Arrak, Zucker, Zitronen und Tee oder Wasser mit Gewürzen.
Ganz nebenbei erwähnt nennen die Inder das Mixgetränk übrigens Pantsch, aber den das T wollten die Briten wohl für sich alleine
Auf seiner Europatournee kam das indische Heißgetränk auch nach 'schlaaaaand und wurde dort, also hierzualnde, wieder etwas verändert: Branntwein, Wasser, Zucker, Pomeranzensaft und Muskatnüsse ergaben den Puntsch.
Mozart brachte es nach Wien und Salzburg und Sein Vater Leopold schwärmte verzückt:
„Punch, wird Punsch ausgesprochen, und ist ein Getränk von Wasser, Rhum, Zucker und Limonien gesotten. Wird warm oder kalt getruncken nach belieben"
Und auch Schiller nahm sich der Sache an:
Vier Elemente,
Innig gesellt,
Bilden das Leben,
Bauen die Welt.
aftigen Stern!
Herb ist des Lebens
Innerster Kern.
Jetzt mit des Zuckers
Linderndem Saft
Zähmet die herbe
Brennende Kraft!
Gießet des Wassers
Sprudelnden Schwall!
Wasser umfänget
Ruhig das All.
Tropfen des Geistes
Gießet hinein!
Leben dem Leben
Gibt er allein.
Eh es verdüftet
Schöpfet es schnell,
Nur wenn er glühet,
Labet der Quell.
Und weil man mit Rezeptur wie Namen eh immer schon kreativ tätig war, kam irgendwann das Ei ins Spiel, womit Veganer aus dem Rennen wären
Und weil man bei alkoholischen Delikatessen hausgemachter Natur nicht kleckern, sondern klotzen soll...
...handeln wir nach der (u.a. der Bundesagentur für Arbeit un)bekannten Devise: mehr ist nicht weniger!
Also nehmen wir 10 Eier - vom Strauß, wenn wirklich viele Gäste erwartet werden oder der Kater mächtig groß sein soll - und dritteln diese.
Wie drittelt man ein Ei..
Ganz eindreifach: man trennt Eigelb, Eiweiß und Eischale
Das Eigelb schlagen wir nun mit Zucker schön schaumig; das Eiweiß rühren wir nahezu Tröpje für Tröpje in rund 2 Liter Milch, die wir dabei langsam erwärmen. Erwärmen bedeutet in diesem Zusammenhang warmmachen und nicht etwa kochen; steigen Blubberblasen auf, schütten wir die gestockte Masse unter fließendem rühren in den Ausguß, klar..?!
Jetzt helfen wir dem erwärmten MilchEiWeiß (MEW) zu etwas Geschmack indem wir zunächst mit Whisky - oder wer es "unherber" mag mit Cognac - würzen. Es dürfen ruhig mehr, als ein, zwei, drei Gläschen verwendet werden, weil: viel hilft viel. Besonders dem Kater
Weil uns das geschmacklich noch nicht ausreichend erscheint, verkulinarisieren wir das potentielle Getränk mit etwas Ingwer, Nelke(n) und Zitronenschale. Wer den Anblick nicht ertragen mag, das Festsubstanzen in der Flüssigkeit schwimmen, der mahlt bzw. läßt mahlen.
Empfinden wir die Mischung anch einem Geschmackstest als angenehm, heben wir langsam die Eigelbcreme unter, damit die Masse die berühmt-berüchtige Sämigkeit erreicht.
Jetzt portionsweise ins Glas abgefüllt, eine Prise Muskat darüber, ganz leicht gezuckerte fluffig aber fest geschlagene Sahne als Häubchen darauf und noch eine kleine Prise Zimt darüber.
Jetzt noch schnell beeilen, damit das Getränk auch noch warm ist, wenn wir es trinken
...oder: machen wir's französich, denn das klingt alles gleich viel kulinarischer. Weswegen diese Rezeptur auch als französische Kulinarie tituliert werden kann und darf. Ist kürzer und deutlich verständlicher, gerade in der Aussprache.
Gleichwohl erwecken beide Begrifflichkeiten in den Ohren unserer zuhörenden Gäste gewisse Begehrlichkeiten, der allgemein recht weitverbreitete Volksmund würde dabei wohl vom Wasser, das im Mund zusammenfließt sprechen, was nur folgerichtig betrachtet wäre, denn tatsächlich löst der Anblick, der Geruch, ja schon der bloße Gedanke an wohlbekömmliches Essen den Speichelfluß in der Mundhöhle aus, um damit u.a. überhaupt erst das schmecken - also das Geschmackserlebnis an sich - zu ermöglichen. Das riechen (können) wird dadurch ebenfalls verstärkt.
Ganz nebenbei bemerkt, befinden sich im menschlichen Speichel auch Stoffe, konkret Proteine ganz konkret Opiorphin, welches wiederum ein Endorphin, also ein körpereigenes Opiat ist, welche eine schmerzstillende Wirkung haben. Ideal für den Genuß von Chilli. Wobei es um Chilli heute gar nicht gehen soll, aber auch das nur am Rande.
Am bekanntesten - neben seiner bedauerlicherweise recht häufigen Anwendung als schnöde, gar widerliche Spucke, dürfte Speichel aber dafür sein, den Verdauungsprozeß einzuleiten. Verantwortlich dafür ist primär das Enzym α-Amylase Ptyalin.
Außerdem macht besagter Speichel gerade aus eher fester, trockener Nahrung einen zumindest eher sämigen Speisebrei - Chymus genannt - welcher es überhaupt erst möglich macht, ebenjene genannten Lebensmittelformen herunterzuschlucken.
Bei herunterschlucken fällt mir gerade ein - zumindest für Außenstehende - lustiges Experiment ein:
Man nehme einen Esslöffel voll Zimt und versuche ihn, den Zimt, hinunterzuschlucken.
Das Ergebnis läßt sich durchaus nahezu 1:1 mit dem Versuch, den eigenen Ellenbogen mit der eigenen Zunge abzulecken, vergleichen und verspricht, wie erwähnt, viel Vergnügen, außerdem einen eher tieferen Einblick in menschliche Leidensfähigkeit, Intelligenz und Bildungsgrad.
Für all diejenigen, die gerade kein geeignetes Opfer Experimantalobjekt zur Hand haben, hier ein Video:
Cinnamon ist naheliegenderweise der englischsprachige Ausdruck für Zimt.
Wo wir gerade die Blondine leiden gesehen haben, ein fairer Warnhinweis hinterher:
In Zimt – vor allem im billigeren Cassia-Zimt (auch: chinesischer Zimt) – ist das als in hohen Dosen gesundheitsschädlich geltende Cumarin enthalten. In Fertigprodukten wird fast ausschließlich dieser aus China, Indonesien oder Vietnam stammende Cassia-Zimt verarbeitet. Der Cumarin-Anteil beider Zimtsorten unterscheidet sich erheblich: Während er bei dem Cassia-Zimt bei ca. 2 g Cumarin pro kg liegt, finden sich in der gleichen Menge Ceylon-Zimt nur ca. 0,02 g Cumarin.
Cumarin kann bei Überdosierung und bei empfindlichen Menschen Kopfschmerzen verursachen, bei extremen Überdosierungen Leberschäden, Leberentzündungen und sogar Krebs verursachen
Falls also jetzt unser Versuchskaninchen noch röchelt, ächzt oder sonstwelche seltsamen Anzeichen von körperlichen Unwohlsein zeigt, wäre es angeraten, evtl. einen Arzt aufzusuchen, falls nicht durch das vorzeitige ableben besagter Versuchsperson ein hohes Erbe zu erwarten ist...
Doch, wie bereits im Zusammenhang mit Chilli nebensätzlich erwähnt, soll es auch darum - Zimt - nicht gehen. Dieses Gewürz paßt ja auch viel besser hier, da und/oder dort.
Doch wollen wir uns nachsoviel beinahe ausschweifender Theorie nun eher den praktischen Dingen des Lebens - wenngleich immer noch in theoretischer Form - widmen, will sagen: kommen wir zum eigentlichen Inhalt dieses Eintrages, also dem Rezept.:
Rezept, das - also die programmatische Anweisung zur Zubereitung eines Nahrungsmittels - ist übrigens das Partizip Perfekt Passiv vom - wir ahnen es - lateinischen recipere, welches zu Deutsch nehmen bedeutet, weswegen manche besonders eloquenten Mitbürger und -innen auch gerne mal an der Imbißbude Ich reciper(e) Currywurst mit Pommes Frittes rot-weiß ordern.
Nun wollen wir uns aber von nichts und niemandem mehr davon abhalten lassen, besagte programmatische Zubereitungsanweisung (Lebensmittel) anzugehen:
Als Liebhaber französicher Kochkunst greifen wir zunächst zum Weißbrot, idealerweise ein Baguette.
Dies schneiden wir schräg in fingerdicke Scheiben. Schräg - dies sei all jenen gesagt, welche in Mathematik nicht sonderlich aufmerksam waren - deshalb, weil wir so eine deulich größere Belagfläche erhalten.
Die so entstandenen Brot- bzw. Baguettescheiben werden nun der Reihe nach mit Margarine bestrichen.
Auf die nun mit Margarine bestrichenen Baguettebrotscheiben verteilen wir nun gleichmäßig den Inhalt von 1 bis 2 Tuben Sardellenpaste.
Alternativ zum Baguette kann man natürlich auch dunkles Bbrot nehmen; dieses muß man allerdings i.d.R. nicht notwendigerweise schräg aufschneiden. Stattdessen bedarf es eher mehr Sardellenpaste.
Und schon haben wir eine Composition de mousse à l'anchois et pain blanc soit meilleur pain noir, also die Komposition von Streichcreme mit Sardellen auf Weiß- oder noch besser Schwarzbrot geschaffen.
...ist in Zeiten des Hähnchengrillimbiß vor der örtlichen Kaufhalle (Ostdeutsch für Supermarkt/Discounter) und angesichts der Gefahren durch das besteigen eines Schornsteines eher ein Wunsch, der generell unerfüllt bleiben sollte.
Also lassen wir Storch Storch sein - es gibt hierzulande ja eh schon zuwenig Kinder - und greifen lieber zum bodenständigen Schwein.
Denn ohne wirds vegetarisch und prozentual betrachtet hatten wir das in letzter Zeit häufig, können es also soweit erstmal etwas vernachlässigen.
Wir brauchen also erstmal was zum braten, da wir ja auf den Storch verzichten und wir uns bereits für ungefiedertes Bodentier entschieden haben.
Weil wir aber etwas wählerisch sind, nehmen wir nicht das ganze Schweinchen, sondern nur ein Teilstück, speziell konkret explizit den Schinken.
Weil nun aber ein gutes Viertel der Schweinehälfte doch etwas zuviel des guten wäre, interesieren wir uns nur für tendenziell nicht ganz hauchdünn geschnittene Scheiben. Und weil wir so richtig barbarisch sein wollen, nehmen wir den auch gleich roh.
Beim sog. Rohschinken sollte man aber zum Metzger/Fleischer/Lebensmitteleinzelhändler seines größten Vertrauens gehen, denn der kann ohne besondere Kennzeichnungspflicht Transglutaminase, einem Enzym hergestellt durch das Bakterium Streptoverticillium mobaraense quasi künstlich aus Einzelteilen - wie - hergestellt werden, anstatt natürlich gewachsen zu sein...
Nachdem die Fleischfrage nun beantwortet ist, können auch Vegetarier wieder mitlesen, denn jetzt wirds nur indirekt fleischig, weil wir nämlich ein Schaf brauchen. Im ganzen, keine Sorge. Und auch nur die Milch. Oder besser gesagt, der daraus hergestellte Schafskäse.
Am bekanntesten dürfte hierzulande der Feta sein, aber man kann es gerne auch mal mit Abertam (Tschechien), Ossau-Iraty aus Frankreich, griechischer Kefalotyri oder auch Manchego aus Spanien versuchen.
Wo wir uns gerade in ausländischen Gefilden tummeln und bei Käse sind: es fehlt noch Parmesan. Der ist von der .
Da wir jetzt elegant den Schwenk nach Italien geschafft haben, wollen wir auch nicht auf Balsamicoessig verzichten. Gerne, ja sehr gerne die etwas dickflüssigere Variante.
Beim Kauf sollte man darauf achten, nicht etwa den Aceto Balsamico di Modena zu erwischen, da dieser gegenüber den Originalen Aceto Balsamico Tradizionale di Modena bzw Reggio Emilia als minderwertig zu betrachten sind.
Um echten Balsamico herzustellen braucht es nämlcih eine extrem teure Ressource: Zeit. Und zeit haben diejenigen, die auf die schnelle Mark den fixen Euro aus sind, eben nicht. Und wir haben uns doch beim Schinken schon solche Mühe gegeben...
Um die farbliche Präsenz anzuheben, zupfen oder kaufen wir nun noch Rucola, mitunter Rauke genannt. Und weils schmeckt, verzichten wir auch nicht auf Pinienkerne.
Letztere werden in der Pfanne angeröstet; in derselben Pfanne braten wir dann den Speck an, doch - HALT!
Nicht, ehe der um mittelkleine Stückchen Schafskäse gewickelt wurde ^^
Den Rucola richten wir auf einem Tellerchen dekorativ an, verzieren mit Balsamico, Schinkenbratschafskäse, grob geriebener Parmesan und Pinienkerne dazu und...
...das wars auch schon, ehrlich gesagt. Klein, aber fein. Und recht fix.
...ist es für Lämmer wieder Zeit zu schweigen. Weil Lämmer kleine Schäfchen sind und Schafe altgriechisch übrigens πρόβατον aka probaton sprichwörtlich dumm, schweigen besagte Lämmer aber eher unfreiwillig, wie der Filmkenner weiß...
Weil wir es im Bezug auf das literarische wie filmische Vorbild nicht nur mit dem größten Filmschurken aller Zeiten - noch vor Darth Vader & Norman Bates - sondern auch einem außergewöhnlichen Gourmet zu tun haben, geben wir uns dieses Mal auch besondere Mühe.
Was mich zum kleinen Einwurf bringt: woher stammt Mühe ..?
Ganz einfach: eine Kuh macht Muh, viele Kühe machen...
Die besondere zu machende Mühe beginnt mit scheinbar schnöder Beize. Weil wir aber unsere Gäste doch mehr als einmal bewirten wollen, greifen wir nicht etwa zur handelsüblichen chemischen Lösung zur Oberflächenbehandlung von Metall, Kunststoff oder Holz, sondern stellen selbst her.
Dazu nehmen wir uns Buttermilch, Lorbeerblätter, Wacholderbeeren und Pfefferkörner. Hollerbeern und Pfeffer stößeln wir etwas klein, ehe wir alles zusammen in eine ausreichend große Schüssel o.ä. packen. Ausreichend groß ist hierbei - mal wieder - als eher relativ gehaltener Begriff zu verstehen, denn es geht bei der Größenangabe darum, das - erraten - Lammfleisch im ganzen hineinzubekommen und völlig mit Flüssigkeit zu bedecken.
Was uns zum Thema Fleisch hat jetzt hoffentlich kein Vegetarier/Veganer gelesen bringt.
Wir greifen nämlich - im Supermarkt/Discounter/beim Metzger/Fleischer/auf der Weide womit jetzt nicht der Baum gemeint wäre... - zum Lammkarree. Weil das nämlich viel nobler klingt als die teutonische Variante Lammkotelett
Ehe wir das gerippte Tierteil über Nacht in der Beize belassen, teilen wir es noch den Rippenknochen folgend in einzelne Portionen auf; so zieht die Beize schöner ein.
Nun müssen wir wir wie gesat eh länger warten, also widmen wir uns dem nächsten Schritt und suchen uns Knoblauch (wer es nicht ganz so "streng" mag, nimmt Bärlauch), Rosmarin, Thymian, Kräuter de Provence, Honig, Senf (gerne den vorgeblich aus Dijon mit dne kleinen schwarzen Punkten), Pfeffer und Salz sowie Pesto und gehackte Pistazien zusammen und halten auch Semmelbrösel/Paniermehl bereit. Wagemutige oder Engländer/Briten verfeinern auch noch mit dem ein oder anderen Minzblättchen - wir reden aber nicht von After Eight.
All das wird nun - auch mal wieder - zu einer eher sämigen mit der Tendenz zu festen Paste vermischt. Gerne darf dabei der Pürierstab zu Hilfe genommen werden. Ist die Paste zu pastös geraten, einfach das ein oder andere Tröpfchen (Oliven)Öl dazu.
Das zerteilte Lammrippchenkarree wird nun nach und nach je nach Pfannengröße, wobei wir eine Pfanne mit höherem Rand wählen auf beiden Seiten kurz scharf angebraten, dann kommt es in eine Auflaufform oder ein Backblech und wir verteilen großzügig unsere Kräuterpaste auf dem Fleisch. Bei ca. 180° brauchts im Ofen rund 5 Minuten.
Weil wir ja noch etwas Zeit haben, beschließen wir unseren künftigen Gästen noch ein fixes Sößchen unterzuschieben. Fixes Sößchen soll jetzt aber nicht als Aufforderung zum Griff ins Regal mit Fertigsaucen dienen, schließlich wollen wir heute ausnahmsweise mal kulinarischer Gourmet sein.
Wir löschen also den Bratfond mit kräftigem Rotwein - dazu eignen sich bspw. Spätburgunder aus heimischen Gefilden, spanischer Reservas, Barolo aus Italien oder südafrikanischer Shiraz /Südafrika - ab. Sprich: wir schütten etwas Wein in die Pfanne, aus der wir eben noch das letzte Stückchen Lamm herausgenommen haben. Nur etwas Wein bitte, denn der soll möglichst schnell "verdunsten", dabei den Geschmack übertragen und die Röstaromen lösen. Jetzt flugs ein paar Zwiebelwürflechen hinein, die kurz glasig dünsten und dannwieder ablöschen, diesmal darfs etwas mehr sein, denn das wird unsere Sauce. Noch ein Rosmarinzweig hinzu, während das Lamm im Ofen brutzelt mit einer Prise Saucenbinder andicken und das war auch schon.