...hört man dieser Tage immer öfter und es stimmt.
Es ist eine Chance, zu erkennen, was falsch gelaufen ist und was man dagegen tun kann.
Und auch wenn ein Gabor Steingart völlig unrichtig verkündet
Arbeitskraft werden heute gehandelt wie früher Silber und Seide
(denn Silber & Seide waren früher eine richtig teure Anschaffung...), so hat er doch auch "lichte Momente":
Dass auf eine internationale Finanzkrise - auch wenn sie in den USA ihren Ursprung hat - eine internationale und keine deutsche, irische und portugiesische Antwort zu erfolgen hat, hätte ihm keiner erklären müssen. Eine europäische Lösung hätte er nicht abgelehnt. Er hätte sie gefordert.
Mit großer Sicherheit hätte Schmidt - direkt oder indirekt - auf die Europäische Zentralbank einzuwirken versucht. Zusätzliche Liquidität ist angesichts einer sich anbahnenden Kreditklemme das A und O. Sture Inflationsbekämpfung durch Geldverknappung kann in dieser Situation tödlich sein.
Auch die Sparziele der eigenen Regierung hätte er - im Lichte der Ereignisse überprüfen lassen. Nur Papageien wiederholen sich selbst. Was gestern richtig war, kann im Lichte einer globalen Finanzkrise falsch sein. Lieber fünf Milliarden zusätzliche Schulden als zwei Millionen zusätzliche Arbeitslose.
Schmidt hätte die Amerikaner zu überzeugen versucht, dass eine Vertrauenskrise nicht allein mit Geld bekämpft werden kann. Frisches Geld zu den alten Bedingungen - das bringt nicht viel. Zusätzliche Transparenz auf den Finanzmärkten aber schafft zusätzliches Vertrauen. Ausgangspunkt der Krise war ja nicht Geldknappheit, sondern Geldüberfluss, der sich in spekulativen und kaum verstehbarem Geldanlagen ergoss.
Quelle: Spiegel.de
Manche - insbesondere diejenigen, die es für gerechtfertigt halten, wenn die vorgeblichen "Führungskräfte" dieses Landes bspw. aus der Wirtschaft "überproportional" bezahlt werden und i.d.R. keinerlei finanzielle Konsequenzen aus ihren Fehlentscheidungen ziehen müssen, während gleichzeitig den meisten anderen Arbeitnehmern das Recht auf angemessene Löhne abgesprochen wird und der Staat zukünftig durch mehr "Aufstocker" belastet werden soll
- sehen den Sozialstaat mal wieder am Ende, halten ihn gar für unzeitgemäß.
"Predigen", das die "gute alte Zeit" - lustig sowas von jenen zu lesen, die diese gar nicht real erlebt haben - endgültig und unwiderruflich vorbei sei...
Doch - ist das wirklich so..?
Finanzielle Ressourcen sind da, ohne jede Frage, sei es nun mit Blick auf die Steuerverschwendungen, bei zuviel träger Bürokratie in dem ein oder anderen Bereich oder eben dem Geld, das als Lohn & Gehalt hierzulande nicht nur gefühlt ungerecht verteilt ist.
Auch über eine tatsächliche und umfassende Änderungen, Reform, des Steuerrechts sollte man endlich nicht mehr nachdenken, sondern sie in Angriff nehmen.
Natürlich íst die BRD keine Insel, aber gerade jetzt, wo zu sehen ist, wohin die kapitalistischen Exzesse hinführen, wären Europa und auch die USA mehr als gut beraten, neue Rahmenbedingungen zu schaffen.
Gemeinsam wäre es sicherlich auch mittel- bis langfristig möglich, diese - z.B. durch entsprechende Zölle - bspw. in China durchzusetzen, denn diese Chance der Globalisierung - guter Lohn bei guter Arbeit - wurde bislang wietgehend verpennt.
Soetwas ist zu leisten, nur eine Frage des Willens, sowohl der "Entscheider" als auch der "Betroffenen".